Die Geschichte der Klangschalen

Klangschalen stammen ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum – aus China, Japan und Burma. Häufig wurden sie als Signalgeber und Alltagsgegenstände genutzt. Darüber hinaus wurden die Metallschalen auch in Klöstern als Opfergefäße oder von Bettelmönchen verwendet. In der westlichen Kultur wurden sie mit der Hippie-Bewegung Ende der 1960er Jahre verbreitet. In unserem Beitrag geben wir dir einen kurzen Überblick über die Geschichte der Klangschalen.
Unterschiedliche Klangschalen auf dem Boden
Unterschiedliche Klangschalen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Musikjournalist Joachim-Ernst Berendt und der HNO-Arzt und Wissenschaftler Alfred Tomatis gelten als Pioniere der Klangarbeit.
  • In Klöstern wurden Metallschalen als Opfergefäße oder von Bettelmönchen verwendet.
  • Für die frühere Verwendung von Klangschalen in Ritualen oder Heilungszeremonien gibt es bislang keine Belege.

Die anfängliche Verbreitung der Klangschalen in der westlichen Kultur

Die Verbreitung der Klangschalen in der westlichen Kultur geht mit der Hippie-Bewegung Ende der 1960er Jahre einher. Junge Menschen dieser Bewegung suchten unter anderem in Indien und Nepal nach neuen Erfahrungen und begegneten auf ihren Reisen den „singenden Schalen“.

Sie waren fasziniert von den Klängen, die sie in tranceähnliche Zustände führten, in denen bewusstseinserweiternde Erfahrungen möglich waren. Viele brachten Klangschalen mit nach Hause und so gibt es aus dieser Zeit auch zahlreiche Aufnahmen – gerade aus der New-Age-Musikszene –, auf denen Klangschalen neben anderen exotischen Instrumenten zu hören sind.

Woher stammen Klangschalen?

Klangschalen stammen ursprünglich aus dem ostasiatischen Raum – aus China, Japan und Burma. Ihre Vorläufer waren die sogenannten Standglocken. Hierbei handelte es sich um etwa halbkugelige Bronzegefäße, die mit der Öffnung nach oben auf dem Boden standen und mit einem Holzklöppel angeschlagen wurden.

Die Tempelglocken bilden eine Sonderform dieser Vorläufer und blicken auf mehr als 5.000 Jahre Geschichte zurück – sie ähneln unseren Kirchenglocken. Letztere sind aber mit etwa 1.500 Jahren wesentlich jünger. Je nach Verbreitungsgebiet entstanden daraus verschiedene Klangschalenarten, wie wir sie heute kennen. Sie unterscheiden sich in Klang- und Schwingungsverhalten und Qualität zum Teil enorm.

Hinweis

Meist stammen die Klangschalen, die heute in unseren Breitengraden erhältlich sind, aus Indien, Nepal, Tibet, Japan oder China.

Joachim-Ernst Berendt und Alfred Tomatis als Pioniere der Klangarbeit

Ein Wegbereiter für die beginnende Popularität des Themas Klang und Hören war in den 1980er Jahren der Musikjournalist Joachim-Ernst Berendt (1922-2000). Mit seiner Hörsoiree „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“ und seinen Büchern begeisterte er ein großes Publikum. In seinen Werken begleitet er seine Hörer und Leser auf einer Reise durch die unerforschten Regionen des Unbewußten – eine oft vergessene Welt, die aus Klang, Rhythmus und Schwingung besteht. Ein Muss für jeden, der das Universum besser verstehen will.

Ein anderer Pionier für die Klangarbeit war der französische HNO-Arzt und Wissenschaftler Alfred Tomatis (1920-2001), der sich der Erforschung der engen Verbindung von Stimme, Gehirn und Ohr verschrieben hatte und Bücher wie „Der Klang des Universums“ oder „Klangwelt Mutterleib“ veröffentlichte.

Wofür wurden Klangschalen früher verwendet?

Wie die Herkunft, so ist auch die ursprüngliche Verwendung der Bronzeschalen ungeklärt. Klar ist, dass sie als Signalgeber und Alltagsgegenstände genutzt wurden. Man bewahrte zum Beispiel Speisen und Flüssigkeiten in den Metallschalen auf – auch um sie mit Mineralien wie Eisen oder Kupfer anzureichern. Hier finden sich Parallelen zur Ernährungslehre des mehr als 5.000 Jahre alten Ayurveda oder der Alchemie.

Verwendung von Klangschalen in Tranceritualen oder Heilungszeremonien

Interessant ist, dass es für eine einst rituelle Verwendung von Klangschalen oder gar im Heilwesen keine Belege gibt. Entsprechende Geschichten basieren meist auf Legenden, Sagen oder Mythen. In jüngerer Zeit werden sie auch oft von findigen Werbeleuten kreiert, um das Interesse der Kunden zu wecken und die Verkaufszahlen zu steigern.

Doch selbst wenn es einen geheimen Gebrauch der Klangschalen im Rahmen von Tranceritualen oder Heilungszeremonien gegeben haben sollte, so hat dieser sicher nichts mit der Klangmassage oder Klangtherapie zu tun, wie wir sie heute im Westen kennen.

Hinweis

Die Klangmassage, bei der Klangschalen auf und um den bekleideten Körper positioniert und angeklungen werden, hat Peter Hess seit 1984, basierend auf seinen Erfahrungen in Nepal, für die Menschen im Westen entwickelt – es ist also eine westliche Methode.

Klangmassage mit Klangschale am Fuß

5 EURO GUTSCHEIN

Melde dich zu unserem Newsletter an und erhalte einen 5€-Willkommens­gutschein!